Gamma, das aufstrebende KI-Präsentationstool mit über 30 Millionen Nutzern, integriert jetzt native Bildgenerierung direkt in den Folieneditor – und greift damit Canva und Adobe frontal an.
Gamma rüstet auf: KI-Bildgenerierung soll Canva und Adobe das Fürchten lehren
Das Präsentationstool Gamma baut sein KI-Arsenal aus – mit nativ integrierter Bildgenerierung, die direkt im Erstellungsprozess von Geschäftspräsentationen greift. Der Schachzug richtet sich unverhohlen gegen die Platzhirsche Canva und Adobe, die bislang dieses Terrain für sich beansprucht haben.
Was Gamma jetzt kann
Im Kern geht es um eine Funktion namens „Imagine”: Nutzer beschreiben per Texteingabe, welches Bild sie benötigen, und das System generiert es direkt im Arbeitsbereich – ohne Umweg über externe Tools oder mühsames Herunterladen und Wiedereinfügen.
Das klingt nach einem kleinen Schritt, ist aber in der Praxis ein erheblicher Zeitgewinn. Wer kennt das nicht: Man sitzt an einer Präsentation, braucht ein passendes Visual, öffnet Midjourney oder Adobe Firefly in einem anderen Tab, generiert, lädt herunter, fügt ein, passt die Größe an – und verliert dabei den Faden.
Genau diese Reibung will Gamma beseitigen. Die Bildgenerierung ist direkt in den Folieneditor eingebettet, der Workflow bleibt geschlossen.
Die Stoßrichtung gegen Canva und Adobe
Canva hat mit seinen eigenen KI-Funktionen – darunter „Magic Media” – bereits vorgelegt. Adobe wiederum setzt auf Firefly, das tief in die Creative-Cloud-Produkte integriert ist. Gamma spielt jedoch eine andere Karte: Das Tool richtet sich primär an Business-Nutzer, die Präsentationen, Dokumente und Webseiten schnell erstellen wollen, ohne Designkenntnisse mitzubringen.
Der Fokus liegt weniger auf kreativer Freiheit als auf Effizienz im Berufsalltag. Layouts, Struktur, Texte und nun auch Bilder – alles aus einer Hand, alles KI-gestützt.
Markt unter Druck
Der Wettbewerb im Segment der KI-gestützten Präsentationstools hat sich zuletzt merklich verschärft. Neben Gamma drängen Pitch, Beautiful.ai und zuletzt auch Microsoft mit Copilot in PowerPoint in denselben Markt.
Für Canva und Adobe bedeutet das: Der Druck kommt nicht mehr nur von einem Angreifer, sondern von mehreren Seiten gleichzeitig.
Gamma hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 30 Millionen Nutzer – eine Basis, die solche Produkterweiterungen trägt.
Einordnung für deutsche Unternehmen
Für Teams, die regelmäßig Pitch-Decks, Kundenberichte oder interne Präsentationen erstellen, ist Gamma einen zweiten Blick wert. Die nahtlose Integration von Textgenerierung, Layout-Automatisierung und Bildgenerierung in einem einzigen Tool kann den Aufwand für routinemäßige Visualisierungsaufgaben spürbar reduzieren – besonders in Teams ohne eigene Designressourcen.
Ob das auf Dauer gegen etablierte Adobe- und Canva-Lizenzen im Unternehmensumfeld reicht, wird sich zeigen.
Quelle: TechCrunch
