Der FBI Internet Crime Report 2025 zeichnet ein alarmierendes Bild: Kryptowährungsbetrug hat einen neuen Schadensrekord erreicht – mit verheerenden Folgen vor allem für ältere Menschen und Unternehmen weltweit.
FBI-Jahresbericht: Kryptowährungsbetrug verursacht 2025 Schäden von 11,4 Milliarden Dollar
Das FBI hat in seinem jährlichen Internet Crime Report für das Jahr 2025 einen neuen Höchststand bei kryptobezogenen Betrugsschäden verzeichnet. Insgesamt 11,4 Milliarden US-Dollar gingen Opfern durch verschiedene Formen von Kryptowährungsbetrug verloren – ein Befund, der die wachsende Bedrohungslage für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen unterstreicht.
Ältere Bevölkerungsgruppen besonders betroffen
Besonders auffällig ist die demografische Verteilung der Schäden: Etwa 40 Prozent aller erfassten Verluste entfielen auf Personen über 60 Jahre. Diese Altersgruppe wird gezielt von Betrügern angesprochen, die auf mangelnde Vertrautheit mit digitalen Vermögenswerten und komplexen Transaktionsprozessen setzen.
Das FBI wertet dies als strategisches Muster organisierter Kriminalität, die gezielt nach vulnerablen Zielgruppen sucht.
Investment Scams dominieren das Schadensbild
Den größten Anteil an den Gesamtverlusten haben sogenannte Investment Scams – fingierte Investmentplattformen, die zunächst kleine Gewinne ausschütten, um Vertrauen aufzubauen, bevor sie größere Einlagen einbehalten. Dieses als „Pig Butchering” bekannte Schema operiert häufig über Social-Media-Kontakte oder Dating-Plattformen und hat sich zu einer der effektivsten Methoden im Bereich des Kryptobetrugs entwickelt.
Ein weiterer signifikanter Schadensbereich betrifft Krypto-Geldautomaten (Crypto ATMs). Diese physischen Geräte – aufgestellt in Supermärkten, Tankstellen oder Einkaufszentren – werden zunehmend für Betrugsmaschen missbraucht. Opfer werden dabei telefonisch oder online angewiesen, Bargeld einzuzahlen und an Wallet-Adressen der Täter zu übertragen, oft unter dem Vorwand, behördliche Strafen zu begleichen oder Konten zu entsperren.
Strafverfolgung bleibt strukturell herausfordernd
Das FBI betont im Bericht die strukturellen Schwierigkeiten bei der Strafverfolgung: Transaktionen auf öffentlichen Blockchains sind zwar technisch nachvollziehbar, die Identifizierung der dahinterstehenden Akteure scheitert jedoch häufig an jurisdiktionsübergreifenden Zuständigkeitsproblemen.
Ein Großteil der Täterstrukturen operiert aus Südostasien – insbesondere aus Myanmar, Kambodscha und den Philippinen –, wo staatliche Kooperation mit westlichen Strafverfolgungsbehörden stark begrenzt ist.
Die Rückgewinnungsquote beschlagnahmter Mittel bleibt gering. Das FBI betreibt zwar eine dedizierte Cryptocurrency Recovery Unit, doch die Geschwindigkeit, mit der Gelder über dezentrale Protokolle und Mixer-Dienste bewegt werden, erschwert rechtzeitiges Eingreifen erheblich.
Einordnung für deutsche Unternehmen
Für deutschsprachige Unternehmen, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel integrieren oder in digitale Assets investieren, liefert der FBI-Report konkrete Handlungshinweise:
- Interne Compliance-Richtlinien sollten explizit Regelungen für Krypto-Transaktionen umfassen, insbesondere hinsichtlich der Verifizierung von Gegenparteien und der Nutzung regulierter Börsen.
- Die im EU-Raum geltende MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) schafft zwar zunehmend regulatorische Klarheit, ersetzt jedoch nicht das operative Risikomanagement auf Unternehmensebene.
- Finanzverantwortliche sollten ihre Mitarbeitenden regelmäßig über gängige Social-Engineering-Methoden informieren – da Betrugsversuche längst nicht nur auf Privatpersonen, sondern gezielt auf Unternehmen und deren Entscheider abzielen.
Quelle: Decrypt.co – „$11.4B Lost to Crypto Scams in 2025: FBI Internet Crime Report”
