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Nutanix meldet 30.000 gewonnene VMware-Kunden – Bromine-Übernahme treibt Migrationen

09.04.2026
Rechenzentrum mit Server-Racks und blauen Lichtakzenten

Seit Broadcom VMware übernommen hat, suchen Tausende Unternehmen nach Alternativen. Nutanix gibt an, 30.000 ehemalige VMware-Kunden gewonnen zu haben – und macht die umstrittene Lizenzpolitik des neuen Eigentümers dafür verantwortlich.

Nutanix meldet 30.000 gewonnene VMware-Kunden – Broadcom-Übernahme treibt Migrationen

Broadcom-Kurs löst Abwanderungswelle aus

Die Übernahme VMwares durch Broadcom für rund 61 Milliarden US-Dollar wurde Ende 2023 abgeschlossen. Seitdem hat Broadcom das Produktportfolio deutlich verschlankt, Lizenzmodelle umgestellt und zahlreiche Preise angehoben. Für viele Bestandskunden bedeutete das erheblich höhere Kosten – teils um ein Vielfaches gegenüber den bisherigen Konditionen. Branchenberichten zufolge sehen sich insbesondere mittelgroße Unternehmen mit Lizenzforderungen konfrontiert, die ihre bisherigen Budgets weit übersteigen.

Nutanix spricht in diesem Zusammenhang von einer strukturellen Nachfrageverlagerung. Laut Unternehmensangaben entfallen auf ehemalige VMware-Kunden inzwischen ein signifikanter Anteil der Neugeschäfte.

„Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Broadcom” – ein Manager von Western Union über die Situation nach der Übernahme.

Western Union wurde dabei als ein konkretes Beispiel genannt: Ein Manager des Finanzdienstleisters soll öffentlich von entsprechenden Schwierigkeiten gesprochen haben.


Wettbewerber positionieren sich

Nutanix ist nicht allein. Auch andere Anbieter von Hyperkonvergenter Infrastruktur (HCI) sowie Cloud-Hyperscaler berichten von steigendem Interesse ehemaliger VMware-Nutzer. Die Kombination aus geänderter Lizenzpolitik und verringerter Produktvielfalt unter Broadcom hat offenbar einen Markt in Bewegung gebracht, der zuvor von VMware über Jahrzehnte dominiert wurde.

Nutanix positioniert sich dabei als direkter Ersatz für VMware-Umgebungen und betont die Kompatibilität seiner Plattform mit bestehenden Workloads. Zudem verweist das Unternehmen auf vereinfachte Migrationspfade, die Kunden den Wechsel erleichtern sollen.

Hinweis zur Einordnung: Die genannte Zahl von 30.000 gewonnenen Kunden ist eine Eigenangabe von Nutanix und bislang nicht unabhängig verifiziert.


Lizenzpolitik als strategisches Risiko

Der Fall VMware illustriert ein Risiko, das bei der Abhängigkeit von einem einzelnen Infrastrukturanbieter entsteht: Verändert sich die Eigentümerstruktur oder die Unternehmensstrategie, können Bestandskunden mit neuen Konditionen konfrontiert werden, auf die sie kurzfristig kaum reagieren können. Rechenzentrumsumgebungen, die über Jahre auf VMware aufgebaut wurden, lassen sich nicht ohne erheblichen Aufwand migrieren – selbst wenn der wirtschaftliche Druck dazu besteht.

Broadcom hat auf die Kritik bislang wenig konzessionsbereit reagiert. Das Unternehmen argumentiert, die Portfoliobereinigung schaffe fokussiertere und leistungsfähigere Produkte für Enterprise-Kunden. Für kleinere und mittlere Unternehmen, die bisher von einem breiten VMware-Angebot profitierten, fällt dieses Argument allerdings wenig überzeugend aus.


Einordnung für deutsche Unternehmen

Für IT-Entscheider in Deutschland ist die Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Viele mittelständische Unternehmen und Konzerne betreiben kritische Infrastrukturen auf VMware-Basis. Wer seinen Lizenzvertrag noch nicht neu verhandelt hat oder vor einer Verlängerung steht, sollte die aktuellen Konditionen sorgfältig prüfen und Alternativen konkret evaluieren – darunter:

  • Nutanix – direkter HCI-Ersatz mit VMware-Kompatibilität
  • Proxmox – Open-Source-Virtualisierung für kostenbewusste Umgebungen
  • Red Hat Virtualization – Enterprise-Option im RHEL-Ökosystem
  • Cloud-native Ansätze – Migration in Richtung AWS, Azure oder GCP

Eine strategische Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter ohne dokumentierte Exit-Optionen gilt in der aktuellen Marktlage als kalkulierbares, aber vermeidbares Risiko.


Quelle: Ars Technica

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