AR- und MR-Brillen 2026: Was Unternehmen über den aktuellen Markt wissen müssen

Der Markt für Augmented-Reality- und Mixed-Reality-Brillen reift 2025/2026 sichtbar: Aus einstigen Nischenprodukten werden praxistaugliche Unternehmensgeräte – doch Entscheider müssen zwischen Hardware-Versprechen und Software-Realität genau unterscheiden.

AR- und MR-Brillen 2026: Was Unternehmen über den aktuellen Markt wissen müssen

Der Markt für Augmented-Reality- und Mixed-Reality-Brillen entwickelt sich 2025 und 2026 merklich von einem Nischenprodukt hin zu praxistauglicher Unternehmenshardware. Für Entscheider, die Investitionen in diese Geräteklasse prüfen, lohnt ein strukturierter Blick auf das aktuelle Angebot – und auf die Frage, welche Produktkategorien für welche Anwendungsfälle geeignet sind.


Zwei Märkte mit unterschiedlichen Anforderungen

Der Markt lässt sich grob in zwei Segmente unterteilen: Consumer-nahe Brillen, die primär auf Alltagsnutzung und Unterhaltung ausgerichtet sind, sowie Enterprise-Hardware, die auf Produktionsumgebungen, Service-Prozesse und professionelle Workflows zugeschnitten ist.

Diese Trennung ist für Unternehmen relevant, weil sie unterschiedliche Anforderungen an Robustheit, Softwareintegration, Datenschutz und Support-Strukturen stellt. Im Consumer-Segment haben sich Geräte wie die Meta Ray-Ban Smart Glasses etabliert, die diskrete Alltagstauglichkeit mit KI-Assistenzfunktionen verbinden. Für klassische Business-Anwendungen sind sie nur bedingt geeignet – gewinnen jedoch in Bereichen wie Außendienst oder Kundenpräsentationen an Relevanz.


Enterprise-Segment: Microsoft und die Nachfolger

Microsoft HoloLens 2 bleibt trotz fehlender Ankündigung einer dritten Generation eine Referenzplattform im Enterprise-Segment. Das Gerät bietet ausgereifte Mixed-Reality-Funktionen, ist tief in Microsoft-365-Ökosysteme integrierbar und wird in Industrie, Medizin und Logistik eingesetzt.

Die ausbleibende Nachfolgegeneration der HoloLens hat jedoch dazu geführt, dass Unternehmen verstärkt Alternativen evaluieren.

Dazu zählen Plattformen wie die Magic Leap 2, die vor allem in medizinischen und industriellen Umgebungen positioniert ist, sowie spezialisierte Lösungen von Anbietern wie RealWear, deren Headset-Brillen primär auf freihändige Arbeit in industriellen Settings ausgelegt sind. Diese Geräte punkten mit hoher Robustheit und spezialisierter Sprachsteuerung, sind im Formfaktor jedoch deutlich unflexibler.


Neue Dynamik durch Apple Vision Pro und Consumer-Plattformen

Mit dem Apple Vision Pro hat Apple 2024 eine Plattform eingeführt, die technisch im Spatial-Computing-Bereich neue Maßstäbe setzt. Preislich ist das Gerät mit rund 3.500 US-Dollar jedoch für flächendeckende Unternehmensrollouts kaum geeignet.

Dennoch schaffen die darauf entwickelten Anwendungsszenarien – insbesondere in Design, Architektur und Remote Collaboration – wichtige Impulse für den gesamten Enterprise-Markt.

Parallel positionieren sich Anbieter wie Xreal und Even Realities mit schlanken AR-Brillen im mittleren Preissegment, die primär als Display-Extension für Smartphones und Notebooks konzipiert sind. Diese Kategorie richtet sich vor allem an mobile Knowledge Worker, weniger an industrielle Anwendungsfälle.


Softwareökosystem als entscheidender Faktor

Für Unternehmen ist die Hardware nur ein Teil der Gleichung. Entscheidend sind:

  • die Verfügbarkeit von Unternehmensanwendungen
  • die Anbindung an bestehende ERP-, CRM- oder PLM-Systeme
  • die Verwaltbarkeit der Geräte über Mobile Device Management (MDM)

Hier haben etablierte Plattformen wie Microsoft HoloLens 2 und RealWear einen klaren Vorteil gegenüber neueren, consumer-nahen Geräten.


Einordnung für deutsche Unternehmen

Für deutsche Unternehmen, die AR- und MR-Brillen in Produktions-, Service- oder Trainingsumgebungen evaluieren, gilt weiterhin:

Der Reifegrad der Hardware ist in Teilbereichen hoch – die Softwareintegration bleibt jedoch oft das entscheidende Hemmnis.

Unternehmen im Mittelstand sollten Pilotprojekte eng an konkrete Prozesse knüpfen, statt auf generische Plattformlösungen zu setzen. Angesichts der laufenden Konsolidierung im Markt – mit unsicheren Roadmaps bei Microsoft und noch jungen Alternativen – empfiehlt sich 2025 eine abwartende Beobachtungsstrategie für Großinvestitionen, kombiniert mit gezielten Piloten in klar definierten Anwendungsfällen.


Quelle: ZDNet – Best AR and MR Glasses

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