Die globale Energiewende hat einen neuen Meilenstein erreicht: 2025 stammten 86 Prozent aller weltweit neu installierten Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Quellen – ein Signal, das weit über die Energiebranche hinaus Bedeutung hat.
86 Prozent der weltweit neu installierten Stromerzeugungskapazität stammt aus erneuerbaren Quellen
Im Jahr 2025 entfielen 86 Prozent aller neu in Betrieb genommenen Stromerzeugungskapazitäten weltweit auf erneuerbare Energien. Das zeigen aktuelle Daten, die Ars Technica unter Berufung auf internationale Energiestatistiken veröffentlicht hat. Der Ausbau fossiler Kraftwerkskapazitäten verliert damit weiter deutlich an Bedeutung.
Solar dominiert den Zubau
Besonders auffällig ist die Rolle der Solarenergie: Etwa drei Viertel der neu installierten erneuerbaren Kapazitäten entfallen auf Photovoltaik. Das bedeutet, dass Solaranlagen allein grob gerechnet rund 65 Prozent des gesamten globalen Kapazitätszubaus im Jahr 2025 ausmachen. Wind- und Wasserkraft sowie andere grüne Erzeugungsformen teilen sich den verbleibenden Anteil der erneuerbaren Kapazitäten.
Dieser Trend setzt eine bereits über mehrere Jahre anhaltende Entwicklung fort. Die Kosten für Solarmodule und zugehörige Systemkomponenten sind in den vergangenen Jahren erheblich gesunken, was den wirtschaftlichen Vorteil gegenüber konventionellen Kraftwerksprojekten weiter vergrößert hat.
In vielen Regionen ist Solarstrom inzwischen die günstigste Form der Stromerzeugung bei Neuinvestitionen.
Fossil und nuklear bleiben Randerscheinung beim Neubau
Die verbleibenden 14 Prozent der neu installierten Kapazität verteilen sich auf fossile Brennstoffe und Kernkraft. Neue Kohlekraftwerke spielen global kaum noch eine Rolle, auch wenn bestehende Anlagen in einigen Schwellen- und Entwicklungsländern weiterhin in Betrieb sind. Gasbefeuerte Anlagen werden gelegentlich zur Absicherung von Lastspitzen errichtet, stehen aber ebenfalls unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.
Kernkraft verzeichnet zwar ein wachsendes politisches Interesse in mehreren Ländern, der tatsächliche Kapazitätszubau bleibt aufgrund langer Planungs- und Bauzeiten jedoch begrenzt. Neue Reaktorprojekte befinden sich vielerorts noch in frühen Planungsphasen.
Investitionsdruck steigt global
Die Zahlen signalisieren einen strukturellen Wandel in der globalen Energiewirtschaft. Investoren und Projektentwickler orientieren sich zunehmend ausschließlich an erneuerbaren Technologien, weil Genehmigungsverfahren, Bauzeiten und Kapitalkosten bei Solar- und Windprojekten erheblich niedriger liegen als bei konventionellen Großkraftwerken.
Internationale Finanzinstitutionen und private Kapitalgeber haben die Finanzierung fossiler Neuanlagen zudem deutlich eingeschränkt.
Der hohe Anteil an Solar unterstreicht dabei auch eine geografische Verschiebung: Länder mit hoher Sonneneinstrahlung in Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika bauen in erheblichem Tempo aus, während Europa und Nordamerika verstärkt auf kombinierte Solar- und Speicherlösungen setzen.
Einordnung für deutsche Unternehmen
Für Unternehmen in Deutschland unterstreichen diese Zahlen den anhaltenden Druck, Energiebeschaffungsstrategien auf erneuerbare Quellen auszurichten. Power Purchase Agreements (PPAs) mit Solar- und Windprojekten werden zunehmend zum Standard-Instrument für Betriebe mit hohem Energiebedarf.
Gleichzeitig dürfte der globale Ausbautrend mittelfristig dämpfend auf die Großhandelspreise wirken – sofern der Netzausbau mit dem Erzeugungswachstum Schritt hält. Für Entscheider in energieintensiven Branchen lohnt es sich, die eigene Beschaffungsstrategie vor diesem Hintergrund regelmäßig zu überprüfen.
Quelle: Ars Technica
