Ab dem 24. April 2026 ändert GitHub die Spielregeln für Copilot-Nutzer: Interaktionsdaten fließen künftig standardmäßig ins KI-Training – wer das verhindern will, muss selbst aktiv werden. Was das bedeutet und wer jetzt handeln muss.
GitHub Copilot: Ab April fließen Nutzerdaten ins KI-Training – Opt-out erforderlich
GitHub ändert zum 24. April 2026 seine Datenschutzrichtlinie für den KI-Coding-Assistenten Copilot. Interaktionsdaten von Nutzern der Tarife Free, Pro und Pro+ werden künftig standardmäßig zum Training von KI-Modellen herangezogen – sofern Betroffene nicht aktiv widersprechen.
Was sich ändert
Bislang war die Nutzung von Interaktionsdaten für das Modelltraining optional und erforderte eine ausdrückliche Zustimmung. Das Prinzip kehrt sich nun um: Microsoft und GitHub wechseln auf ein Opt-out-Modell. Wer nicht möchte, dass eigene Prompts, Code-Vorschläge und Nutzungsverhalten in Trainingsdatensätze einfließen, muss dies in den Kontoeinstellungen aktiv deaktivieren.
Betroffen sind ausschließlich die Individual-Tarife Free, Pro und Pro+. Für Enterprise- und Business-Abonnenten gilt weiterhin: keine Nutzerdaten für das KI-Training.
Relevanz für Unternehmen und Entwicklerteams
Für viele Einzelentwickler und kleinere Teams, die GitHub Copilot über persönliche Accounts nutzen, entsteht nun unmittelbarer Handlungsbedarf. Wer proprietären Code, interne Algorithmen oder sensible Geschäftslogik über den Assistenten verarbeitet, sollte die Einstellungsänderung vor dem Stichtag vornehmen.
Besonders relevant ist dies in regulierten Branchen oder Unternehmen, die ihren Entwicklern die Nutzung kostenloser oder preisgünstiger Copilot-Tarife gestatten, ohne dabei klare Datenschutzrichtlinien zu etablieren. Das sogenannte Shadow-IT-Problem – die unkontrollierte Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeitende – gewinnt durch solche Richtlinienänderungen erneut an Gewicht.
Opt-out: So funktioniert die Abmeldung
Das Deaktivieren der Datenfreigabe ist über die GitHub-Kontoeinstellungen unter dem Bereich „Copilot” möglich. Nutzer müssen die Option zur Verwendung von Interaktionsdaten für das Modelltraining dort manuell abschalten.
GitHub hat angekündigt, betroffene Nutzer per E-Mail über die Änderung zu informieren, bevor sie in Kraft tritt. Eine öffentliche Dokumentation der neuen Datenrichtlinie soll ebenfalls vor dem 24. April verfügbar gemacht werden.
Einordnung für deutsche Unternehmen
Aus Sicht des deutschen Datenschutzrechts wirft die Umstellung Fragen auf, die Unternehmen nicht ignorieren sollten. Das Opt-out-Modell entspricht grundsätzlich nicht den Anforderungen der DSGVO an eine informierte und freiwillige Einwilligung – allerdings betrifft dies primär die Nutzung durch natürliche Personen in ihrer Eigenschaft als Vertragspartner von GitHub.
Unternehmen, die ihren Entwicklern die Nutzung persönlicher Copilot-Accounts im Arbeitskontext gestatten oder dulden, sollten ihre internen Nutzungsrichtlinien überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Drei Handlungsoptionen stehen zur Wahl:
- Wechsel auf Business- oder Enterprise-Tarife, die explizit kein Training mit Kundendaten vorsehen
- Sicherstellung des Opt-out vor dem 24. April für alle betroffenen Accounts
- Überarbeitung interner KI-Nutzungsrichtlinien mit klaren Vorgaben für Entwicklerteams
Quelle: The Decoder
