Apple-Macs: RAM-Engpässe erschweren Unternehmen die Beschaffung

Wer derzeit einen leistungsstarken Mac bestellen will, braucht vor allem eines: Geduld. Ein globaler Engpass bei LPDDR5X-Arbeitsspeicher trifft Apple härter als andere Hersteller – und stellt IT-Verantwortliche in Unternehmen vor handfeste Planungsprobleme.

Apple-Macs werden knapp: RAM-Engpässe belasten Unternehmens-Beschaffung

Mehrere Mac-Modelle sind derzeit bei Apple und autorisierten Händlern schwer lieferbar oder vergriffen. Als Hauptursache gilt eine angespannte globale Versorgungslage bei LPDDR5X-Arbeitsspeicher, der in Apples M-Chip-Systemen verbaut wird.


Nachfrageboom trifft auf knappes Angebot

Der Engpass ist kein isoliertes Apple-Problem. Die Nachfrage nach Hochleistungs-RAM für KI-Anwendungen, Server-Infrastruktur und mobile Endgeräte ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren dabei zunehmend Großabnehmer aus dem Rechenzentrumsbereich – insbesondere für High Bandwidth Memory (HBM), der in KI-Beschleunigern eingesetzt wird.

Das Ergebnis: Für Consumer- und Business-Hardware wie Mac-Laptops und -Desktops bleibt schlicht weniger Produktionskapazität übrig.

Apples integrierte System-on-Chip-Architektur verschärft das Problem zusätzlich. Da RAM und Prozessor beim M-Chip als Unified Memory Architecture auf demselben Die sitzen, kann Apple den Speicher nicht einfach durch Alternativprodukte substituieren. Die Abhängigkeit von spezifischen LPDDR5X-Konfigurationen ist damit deutlich höher als bei klassischen PC-Plattformen, bei denen Hersteller flexibler auf verschiedene Lieferanten ausweichen können.


Welche Modelle sind betroffen?

Laut Berichten aus dem US-Markt sind vor allem Konfigurationen mit höheren RAM-Ausstattungen betroffen – konkret:

  • MacBook Pro mit 36 GB oder 64 GB Unified Memory
  • Mac Studio mit 36 GB oder 64 GB Unified Memory

Standardkonfigurationen mit 16 oder 24 GB sind zwar besser verfügbar, aber auch dort verlängern sich Lieferzeiten bei einzelnen Händlern spürbar. In Deutschland und der EU zeigt sich ein ähnliches Bild: Mehrere konfigurierbare Systeme im Apple Online Store weisen Lieferzeiten von mehreren Wochen auf.


Auswirkungen auf die IT-Beschaffung

Für Unternehmen, die auf Mac-Hardware standardisiert haben oder einen Plattformwechsel erwägen, entstehen konkrete Planungsprobleme. Onboardings, Geräteerneuerungszyklen und Projektanläufe können sich verzögern, wenn bestellte Hardware nicht termingerecht geliefert wird.

Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Bedarf an leistungsstarken Arbeitsplatzrechnern:

  • Medienproduktion
  • Softwareentwicklung
  • Grafikdesign

IT-Verantwortliche berichten zudem, dass autorisierte Apple-Reseller kaum Lagerware vorhalten und Wartezeiten von vier bis acht Wochen bei bestimmten Konfigurationen mittlerweile keine Ausnahme mehr darstellen. Leasing-Anbieter, die Mac-Flotten im Unternehmensumfeld betreuen, beobachten bereits erste Engpässe bei der Gerätebereitstellung.


Kein kurzfristiges Ende absehbar

Analysten gehen davon aus, dass die Kapazitätslage bei LPDDR5X-Speicher im laufenden Jahr angespannt bleibt. Eine deutliche Entspannung wird frühestens für Ende 2025 erwartet, wenn neue Fertigungslinien bei den großen Speicherherstellern in Betrieb gehen.

Apple selbst hat sich zu den Lieferschwierigkeiten bislang nicht öffentlich geäußert.


Empfehlungen für deutsche Unternehmen

Für IT-Entscheider mit geplanten Mac-Beschaffungen gelten aktuell folgende Handlungsempfehlungen:

  1. Frühzeitig bestellen – Vorlauf von mindestens sechs bis acht Wochen einplanen
  2. JIT-Annahmen revidieren – Just-in-Time-Liefermodelle für Mac-Hardware bis auf Weiteres aussetzen
  3. Alternative Konfigurationen prüfen – Geringere Speicherausstattung oder Geräte aus Bestandslagern bei zeitkritischen Projekten in Betracht ziehen
  4. Reseller-Lagerbestände aktiv abfragen – Autorisierte Händler können vereinzelt schneller liefern als der Apple Online Store

Quelle: CNET – Disappearing Macs: Global RAM Crisis Likely Hits Apple

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