ChatGPT-Werbung: Fehlende Tracking-Tools und schwache Preise bremsen Marktstart

OpenAIs Einstieg ins Werbegeschäft mit ChatGPT läuft holpriger als erhofft: Werbetreibende stoßen auf fehlende Tracking-Funktionen, eingeschränktes Targeting und enttäuschende Preise – strukturelle Hürden, die den Aufbau eines tragfähigen Werbemodells vorerst bremsen.

ChatGPT-Werbung: Fehlende Tracking-Tools und schwache Preise bremsen Marktstart

OpenAI treibt den Aufbau eines Werbegeschäfts in ChatGPT voran, doch die ersten Erfahrungen der Werbetreibenden fallen ernüchternd aus. Fehlende Messinstrumente und niedrigere Werbepreise als erwartet stellen das Modell bereits früh vor strukturelle Herausforderungen.


Eingeschränkte Möglichkeiten für Werbetreibende

Wer in ChatGPT Werbung schalten möchte, stößt derzeit auf erhebliche Einschränkungen: Tracking-Funktionen, die im digitalen Marketing zum Standard gehören, fehlen weitgehend. Werbetreibende können kaum nachvollziehen, wie Nutzer nach dem Kontakt mit einer Anzeige handeln – ob sie eine Website besucht, ein Produkt gekauft oder eine andere Conversion ausgelöst haben.

Ohne belastbare Attribution ist eine Erfolgsmessung kaum möglich – für performanceorientierte Marketingbudgets ein grundlegendes Problem.

Hinzu kommt ein eingeschränktes Targeting: Die personenbezogenen Nutzerdaten, auf die klassische Plattformen wie Google oder Meta zurückgreifen können, stehen OpenAI in vergleichbarem Umfang nicht zur Verfügung. Die kontextuelle Aussteuerung von Anzeigen bleibt damit deutlich grobkörniger.


Preise unter den Erwartungen

Auch die erzielbaren Werbepreise entwickeln sich offenbar nicht wie erhofft. Marktbeobachter berichten, dass die tatsächlich erzielten CPM-Raten (Cost per Mille) hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben.

Für OpenAI ist das kritisch: Das Unternehmen könnte auf Werbeeinnahmen angewiesen sein, um seine massiven Betriebskosten für Infrastruktur und Modellentwicklung langfristig zu decken.


Strategischer Hintergrund

OpenAI hatte zuletzt signalisiert, das Werbegeschäft systematisch ausbauen zu wollen – unter anderem durch neue Preismodelle und eine engere Einbindung kommerzieller Partner. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen als datenschutzbewusste Alternative zu etablierten Werbeplattformen – ein Spagat, der die Entwicklung leistungsfähiger Targeting- und Tracking-Lösungen strukturell erschwert.

Die Herausforderungen sind nicht neu: Ähnliche Anlaufschwierigkeiten gab es beim Aufbau des Werbegeschäfts anderer KI-Plattformen. Der Unterschied liegt jedoch im Maßstab: ChatGPT zählt zu den meistgenutzten KI-Anwendungen weltweit – was das Potenzial des Werbekanals grundsätzlich intakt hält, sofern die technischen Grundlagen nachgezogen werden.


Einordnung für deutsche Unternehmen

Für deutsche Unternehmen, die ChatGPT als Werbekanal evaluieren, empfiehlt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine abwartende Haltung. Solange belastbare Messmethoden und ein differenziertes Targeting fehlen, lassen sich Werbeausgaben dort kaum mit der Effizienz etablierter Kanäle vergleichen.

Handlungsempfehlungen für Marketingverantwortliche:

  • Entwicklung der Plattform aktiv beobachten
  • Erste Tests nur mit eng begrenzten Budgets und klar definierten Erfolgsmetriken durchführen
  • DSGVO-Anforderungen für eine etwaige Zusammenarbeit mit OpenAI frühzeitig prüfen

Quelle: The Decoder

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