Salesforce läutet mit rund 30 neuen KI-Funktionen die bislang größte Ausbaustufe von Slack ein – und positioniert die Kollaborationsplattform als zentrales Interface für KI-gestützte Unternehmensabläufe.
Salesforce stattet Slack mit 30 neuen KI-Funktionen aus
Salesforce hat ein umfangreiches Update für die Kollaborationsplattform Slack angekündigt, das rund 30 neue Funktionen mit Schwerpunkt auf KI-gestützter Automatisierung umfasst. Das Update markiert den bislang größten Ausbau der Plattform seit der Übernahme durch Salesforce im Jahr 2021.
Neue Funktionen im Überblick
Im Mittelpunkt steht ein erweiterter KI-Assistent, der auf Salesforces Agentforce-Plattform basiert. Der überarbeitete Slackbot soll künftig nicht nur einfache Anfragen beantworten, sondern eigenständig komplexere Aufgaben innerhalb von Arbeitsabläufen übernehmen:
- Zusammenfassen langer Konversationen
- Erstellen von Aufgabenlisten aus Channel-Diskussionen
- Vorbereiten von Meeting-Briefings auf Basis zurückliegender Nachrichten
Neu hinzugekommen sind außerdem die sogenannten AI Huddle Notes: Die Funktion transkribiert und fasst Audio-Meetings innerhalb von Slack automatisch zusammen. Nutzer erhalten so im Nachgang strukturierte Zusammenfassungen inklusive Aktionspunkte – ohne manuell mitschreiben zu müssen.
Tiefere Salesforce-Integration
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der engeren Verzahnung mit dem Salesforce-Ökosystem. Vertriebsmitarbeiter können künftig direkt aus Slack heraus auf CRM-Daten zugreifen, Opportunitys aktualisieren und KI-generierte Gesprächsempfehlungen abrufen – ohne die Anwendung wechseln zu müssen.
„Slack wird das zentrale Interface für KI-Agenten innerhalb unseres gesamten Unternehmensportfolios.”
— Marc Benioff, CEO Salesforce
Darüber hinaus führt Salesforce neue Workflow-Automatisierungen ein, die sich per natürlicher Sprache konfigurieren lassen. Administratoren können Prozesse künftig durch einfache Textbefehle erstellen – ganz ohne Programmierkenntnisse.
Datenschutz und Kontrolle
Slack betont, dass Kundendaten nicht zum Training globaler KI-Modelle verwendet werden. Unternehmen sollen über granulare Einstellungen steuern können, welche KI-Funktionen aktiviert sind und welche Daten dabei verarbeitet werden dürfen.
Gerade für europäische Unternehmenskunden dürfte dieser Datenschutzansatz ein entscheidendes Auswahlkriterium sein.
Die neuen Funktionen werden schrittweise ab dem zweiten Quartal 2026 ausgerollt. Einige Features sind ausschließlich in kostenpflichtigen Slack-Tarifen verfügbar; die genaue Zuordnung zu den einzelnen Lizenzstufen hat Salesforce bislang nur teilweise kommuniziert.
Einordnung für deutsche Unternehmen
Für Unternehmen, die Slack bereits im Einsatz haben und gleichzeitig Salesforce als CRM nutzen, dürften die neuen Funktionen den Mehrwert beider Plattformen spürbar erhöhen. Besonders die automatisierte Meeting-Dokumentation und die sprachgesteuerte Workflow-Erstellung adressieren konkrete Effizienzpotenziale im Arbeitsalltag.
Entscheider sollten dabei folgende Punkte prüfen:
- Tarifmodell: In welcher Lizenzstufe sind die relevanten KI-Funktionen tatsächlich enthalten?
- Compliance: Sind die Datenverarbeitungsprozesse mit den eigenen Anforderungen vereinbar?
- Abhängigkeit: Unternehmen ohne Salesforce-Lizenz profitieren von der CRM-Integration nicht – für sie bleibt die Frage, ob der erweiterte KI-Assistent allein ein Upgrade rechtfertigt.
Quelle: TechCrunch AI
