TD Cowen senkt Kursziel für Strategy und empfiehlt Ethereum-Treasury-Aktie Sharplink als Kauf

Während TD Cowen sein Kursziel für den Bitcoin-Giganten Strategy erneut nach unten anpasst, sendet die Investmentbank gleichzeitig ein klares Signal an den Markt: Die Ethereum-Treasury-Aktie SharpLink Gaming erhält ein Kaufrating – ein Hinweis darauf, dass Krypto-Bilanzen bei börsennotierten Unternehmen als eigenständige Anlageklasse immer ernster genommen werden.

TD Cowen senkt Kursziel für Strategy – und empfiehlt Ethereum-Treasury-Aktie SharpLink als Kauf

Strategy bleibt Kaufempfehlung – trotz gesenktem Zielpreis

TD Cowen hält grundsätzlich an einer positiven Einschätzung für Strategy fest, hat das Kursziel jedoch zum wiederholten Mal reduziert. Das Unternehmen unter Führung von Michael Saylor hält derzeit Bitcoin im Wert von rund 55 Milliarden US-Dollar in seiner Bilanz und gilt als Pionier der institutionellen Bitcoin-Akkumulationsstrategie. Die Kurszielanpassung dürfte im Wesentlichen die anhaltende Volatilität des Bitcoin-Preises sowie den damit verbundenen Bewertungsaufschlag widerspiegeln, den Strategy gegenüber seinem reinen Bitcoin-Nettovermögenswert erzielt.

Für institutionelle Investoren bleibt Strategy ein etabliertes Instrument, um Bitcoin-Exposure über regulierte Aktienmärkte abzubilden – ohne direkte Krypto-Verwahrung.

Dieses Modell hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Nachahmer gefunden, sowohl in den USA als auch in Europa.

SharpLink als Ethereum-Pendant im Fokus

Bemerkenswert ist die parallele Kaufempfehlung für SharpLink Gaming. Das Unternehmen hat sich strategisch neu ausgerichtet und verfolgt eine Ethereum-Treasury-Strategie, die dem Bitcoin-Ansatz von Strategy strukturell ähnelt. TD Cowen sieht in SharpLink offenbar ein frühphasiges Investmentvehikel für institutionelles Ethereum-Exposure über den Aktienmarkt.

Das Ethereum-Ökosystem unterscheidet sich dabei in wesentlichen Punkten von Bitcoin:

  • Wertaufbewahrung analog zu Bitcoin
  • Staking-Mechanismen mit potenziellen Renditemöglichkeiten auf gehaltene Bestände
  • Breitere DeFi-Infrastruktur als strategischer Kontext

Ob SharpLink die Staking-Möglichkeiten von Ether in seiner Treasury-Strategie aktiv nutzt, ist für die langfristige Bewertung entscheidend.

Wachsendes Segment: Krypto-Bilanzen bei Aktiengesellschaften

Das Kaufrating für SharpLink steht exemplarisch für ein breiteres Marktphänomen. Immer mehr börsennotierte Unternehmen – vorwiegend in den USA, zunehmend aber auch in anderen Märkten – integrieren digitale Assets in ihre Unternehmensbilanzen. Analysten beginnen, dieses Segment systematischer zu beobachten und eigene Bewertungsmodelle zu entwickeln, die über klassische Unternehmenskennzahlen hinausgehen.

TD Cowen gehört zu den wenigen etablierten Investmentbanken, die dieses Segment aktiv covern – ein Hinweis darauf, dass Krypto-Treasury-Strategien im institutionellen Research zunehmend als eigenständige Anlageklasse behandelt werden.

Einordnung für deutsche und europäische Unternehmen

Für deutsche und europäische Unternehmen bleibt das direkte Halten von Kryptowährungen in der Bilanz regulatorisch komplex. Die MiCA-Verordnung schafft zwar einen einheitlicheren Rahmen für digitale Assets im EU-Raum, doch folgende Faktoren erschweren den Schritt:

  • Steuerliche Behandlung digitaler Assets
  • Bilanzierungsstandards nach IFRS
  • Interne Governance- und Compliance-Anforderungen

Sollten Krypto-Treasury-Ansätze in den USA weiter an institutioneller Akzeptanz gewinnen, dürfte der Druck auf europäische Finanz- und Strategieteams wachsen, vergleichbare Konzepte zumindest zu prüfen.

Die Entwicklung in den USA bleibt damit auch für hiesige Finanzverantwortliche ein Pflichtbeobachtungsfeld.


Quelle: Decrypt AI

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